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Der Abtsfronhof,
Im Besitz der Limburg reicht die Geschichte des Abtsfronhofes weit in die Vergangenheit, er wurde aber nicht auschließlich als Weinberg genutzt. Zusammen mit der von Isenachwasser angetriebenen Fronmühle war er aber schon lange für die Befriedung kulinarischer Bedürfnisse verantwortlich. Wann der reine Weinbau begann lässt sich nicht genau klären. Und wie lange das derzeit 3,6 ha große Flurstück in seiner jetzigen Form noch besteht genauso wenig.

Eine schriftlich gesicherte Tatsache ist aber, dass Peter Wernz im Zuge der Verweltlichung kirchlicher Besitztümer (Säkularisierung) den Abtsfronhof von der Benediktiner Abtei Kloster Limburg am 26.04.1808 in Mainz für 4233 Gulden ersteigerte. Die Tochter von Peter Wernz heiratete 1823 den Gutsbesitzer des Weingutes Fitz-Ritter wodurch der Abtsfronhof in dessen alleinigen Besitz kam.

Durch seine strategisch und klimatisch begnadete Lage zwischen Wurstmarktsplatz und Mannheimerstrasse eignet sich Abtsfronhof, wie man inzwischen hört, nicht nur besonders gut für den Weinbau. Es war aber sein gutes Terroir und Mikroklima was ihn als Einzellage in der Bodenreform 1970/71 bestehen ließ. Die Böden sind geprägt von carbonatreichem, lehmigem Sand mit geringem Steinanteil. Der tiefere Untergrund besteht aus tertiärem Kalk. Ein optimaler Boden für reife, saftige und duftige Rieslinge. Und was für Welche! Fitz-Ritter kultiviert dort im nördlichen Bereich entlang der Mannheimer Strasse einen uralten Rieslingtyp der sich vor allem durch kleinbeerige, tiefgelbe Trauben mit intensivem, komplexem Aroma auszeichnet. Daneben werden noch Chardonnay, Gewürztraminer und Sauvignon Blanc angebaut.

Diese müssen allerdings, wenn die neuere Lutzsche Bodenreform greift, eventuell einer, für Bad Dürkheim sicher notwendigen, Therme weichen. Dadurch erhält der Begriff Vinowellness eine völlig neue Bedeutung. Als Ironie des Schicksals könnte man es dann bezeichnen, dass die wohltuende Wärme spendende Anlage genau auf den Überresten des alten Fitzschen Eiskellers entstehen soll. Hier wurden für die Sektproduktion große aus dem Herzogweiher geschnittene Eisblöcke gelagert. Später wurde der Keller von der Fitzschen Jugend dann mehr als Partyraum benutzt und man erzählt sich, dass dort manch rauschendes Fest begangen wurde. Wer nun noch mal Sauvignon, Chardonnay oder Gewürztraminer aus dem Abtsfronhof genießen oder als Souvenir einlagern möchte, sollte sich beeilen, denn der 2007er könnte schon der letzte sein. Der wunderbare Riesling wird uns aber wohl noch länger erhalten bleiben. Sehr zum Wohl

Ihr Steffen Michler